Burma-Katze
Wissenswertes über die Burma-Katze
Die Burma-Katze oder Burmese ist eine kurzhaarige Rasse der Hauskatze. Sie ist eine der am längsten in Europa gehaltenen orientalischen Katzenrassen und stammt aus Birma (englisch Burma), dem heutigen Myanmar. Dort halten die Mönche sie als eine von 16 Tempelkatzenrassen unter ihrem ursprünglichen Namen Thong Daeng (deutsch: Kupferkatze, gelehrige Schönheit). Sie gilt ihnen als Glückskatze. Die Burma-Katze ist nicht zu verwechseln mit der Birma-Katze, die eine eigene Rasse darstellt.
Geschichte
Eine einzige Burma-Katze soll 1933 von dem US-Navy-Arzt Joseph C. Thompson aus dem damaligen Burma (Rangoon) nach Kalifornien transportiert worden sein. Sie gilt als Mutter aller Burmesen und sah aus wie eine Siamkatze in hell-braunen Tönen. In den USA beschäftigte sich eine kleine Gruppe von Genetikern und Katzenzüchtern mit dieser Katze und stellten das erste Zuchtprogramm in der Geschichte der Katzenzucht auf. Man versuchte Wong Maus genetische Grundkomponenten herauszufinden und erbrachte schließlich den Beweis, dass Wong Mau keine dunklere Siamkatze war, sondern ein Hybride aus einer Siamkatze und einer anderen, eigenen Rasse, die sie Burmese Cats nannten. 1936 wurde die Rasse in der Cat Fanciers Association anerkannt. Heute wird die Burma-Katze vorwiegend in Großbritannien, Australien und Neuseeland gezüchtet. Der Rassestandard variiert erheblich zwischen der in den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland gezüchteten Burma-Katze. Die in Europa gezüchteten Burmesen sind in den USA, Australien und Neuseeland nicht als Rasse anerkannt.
Die erste aus Großbritannien importierte Burmakatze war die am 29. Januar 1969 geborene, braune Burmesin Buskins Fu-Lai, in deren Ahnentafel noch die ersten aus Amerika nach Großbritannien eingeführten Burmesen Ch.Casa Gatos Darkee und Folly Tou-Po vorzufinden sind. Importeur dieser ersten Burmakatze auf deutschem Boden war Hanns Ullrich.
Aussehen
Die Burma-Katze hat einen mittelgroßen, muskulösen und kräftigen Körper, der schwerer ist, als er äußerlich wirkt. Der Brustkorb ist kräftig und im Profil etwas gerundet, und der Rücken verläuft von den Schultern bis zum Schwanzansatz gerade. Der Schwanz der Burmesen zeigt sich mittellang und im Ansatz mäßig dick und endet mit einer rundlichen Spitze. Die Burma-Katze hat lange, zartgliedrige Beine mit zierlichen und ovalen Pfoten. Die Hinterbeine sind etwas länger als die Vorderbeine.
Die Burma-Katze hat einen keilförmigen Kopf mit einer breiten, leicht gerundeten Stirn. Sie hat ein kräftiges Kinn, und der Kiefer ist an den Gelenken breit. Die breiten und mittelgroßen Ohren sind weit gesetzt und im Profil leicht nach vorn geneigt. Die Spitzen sind leicht gerundet. Die Burma-Katze hat eine gerade Nase, die aber im Ansatz eine deutliche Einbuchtung hat. Das obere Augenlid der großen Augen ist orientalisch gekrümmt, das untere Lid ist gerundet. Die Burmese hat leuchtende goldgelb- bis bernsteinfarbene Augen.
Die Burma-Katze besitzt sehr dünne Unterwolle, wodurch ihr satinglänzendes Fell eng am Körper anliegt. Das Fell ist dicht, kurz, fein und sollte keine Musterung aufweisen, jedoch haben die jungen Kätzchen helleres Fell und eine leichte Tabbymusterung. An der Unterseite ist der Ton etwas heller als auf dem Rücken und an den Beinen. Die Ohren und die Gesichtsmaske sind etwas dunkler.
Charakter
Die ersten in Deutschland gezüchteten Burmesen erblickten am 30. September 1970 in Köln bei dem Züchter Hanns Ullrich (Agrippa's) das Licht der Welt. Sie erhielten Ahnentafeln der Deutsche Rassekatzen-Union. Es waren drei blaue Weibchen und ein Kater. Die Eltern dieses ersten deutschen Burma-Nestes waren Gr.Ch.Int.Gragland Blue Star und Gr.Ch.Int.Honeypot Blue Zinnia.
Krankheiten
Bei Burma-Katzen tritt das Kongenitale Vestibularsyndrom, eine Erbkrankheit des Innenohrs mit Gleichgewichtsstörungen und unter Umständen Taubheit, gehäuft auf.
Die Burma-Katze ist die langlebigste aller Katzenrassen. 17 Jahre können als durchschnittlich betrachtet werden, wenngleich Faktoren wie Ernährung und Auslauf einige Jahre hinzufügen können.
In späteren Jahren neigen Burma-Katzen, und auch viele andere, oft zu einer höheren Flüssigkeitsaufnahme und einige Zeit danach an Appetitverlust. Dies ist in der Regel ein Zeichen von Nephritis, was in der Regel letztendlich dann zum Ableben des Hausgenossen durch Nierenversagen führt. Die genaue Diagnose und Abhilfemöglichkeiten können anhand einer Urinprobe am besten von einem Veterinärmediziner bestimmt werden.
Rassestandard der Fédération Internationale Féline
| Kopf | „Amerikanischer" Typ (3) (4): runde Form, ohne abgeflachte Zonen, breit. Schädeldecke, Stirn und Wangen rund. Mäulchen kurz und rund, Einbuchtung an der Nase. Kinn rund und fest. Kräftige Kiefer. „Englischer" Typ (1): Kurz, stumpfwinkliges Dreieck mit breiter, leicht gerundeter Schädeldecke. Hervorstehende Backenknochen. Nase mit deutlich ausgeprägtem Stopp. Stark ausgeprägtes Kinn. Kiefer am Gelenk breit. |
| Ohren | Von mittlerer Größe, am Ansatz breit, die Enden gerundet, ziemlich weit auseinander stehend. Leicht nach vorn geneigt, mit kurzer, spärlicher Beahaarung an den Innenseiten. |
| Augen | Groß, weit auseinander stehend, rund (3). Die obere Linie ist schräg geneigt, die untere gerundet (1). Farbe möglichst tief und glänzend. Vorzugsweise Goldgelb. |
| Hals | Gut entwickelt, kurz. |
| Schwanz | Von mittlerer Länge; gerade, dick am Ansatz (3), nicht dick am Ansatz (1), zu dem abgerundeten Ende hin sich leicht verjüngend. |
| Körper | Von mittlerer Größe, recht kompakt, abgerundet. Breite, tiefe Brust. Stabiler Knochenbau und gut entwickelte Muskulatur (3) (4) . Schlank, weniger kompakt, aber muskulös und schwerer, als es die äußere Erscheinung vermuten lässt (1). Beine: Länge entsprechend den Körperproportionen. Pfoten von mittlerer Größe, rund (3) klein und oval (1). |
| Fell |
Sehr kurze, feine und seidige Haare, glänzend, am Körper anliegend. Seidig glänzendes Fell mit äusserst spärlicher Unterwolle. Fellfarbe Farbe : Maximale Pigmentierung (dunkelster Farbton) an den Extremitäten (Maske, Pfoten, Scwanz), mittelstarke Pigmentierung am Rücken und an den Flanken, schwach pigmentiert an den nach unten gekehrten Partien (Bauch).Keinerlei Zeichnung, weder in Weiss noch Tabby. Seine endgültige Farbe erhält das Fell, wenn die Kätzchen das Alter von zweieinhalb Monaten erreicht haben.Gleiches gilt für den Wechsel der Augenfarbe von Blaugrau nach Gelb. Es gibt vier grundlegende Varianten: Zobelfarben (brown in Großbritannien; sable in USA): dunkelbraun.Blau (blue): silbergrau. Schokoladenfarben (chocolate, champagne): Farbe von Milchschokolade. Lila (lilac, platinium): taubengrau, blassrosa-grau. Andere Varietäten jüngeren Datums, die in Europa noch nicht anerkannt sind: red: rot, abricot: aprikosenfarben, cream: cremefarben, tortie: schildpattfarben. In den USA bilden diese Varietäten die Rasse Malayan (Malayische Katzen). |
