Basset artésien normand
Wissenswertes über den Basset artésien normand
Der Basset artésien normand eine ist von der FCI (Nr 34, Gr. 6, Sek. 1.3) anerkannte französische Hunderasse.
Geschichte
Der Name Basset geht zurück auf das französische Wort „bas“ (niedrig, tief) und verweist auf die niedrigen Läufe der Bassets. Diese Hunde stammen von alten großen Laufhunden ab. Die kurzen Beine entstanden durch eine vererbbare Knochenveränderung. (Solche Kurzbeinigkeit hat es zu allen Zeiten und an verschiedenen Orten der Welt und nicht nur bei Hunden gegeben.) Im Laufe der Zeit entstanden in Frankreich dann verschiedene Basset-Typen und am Ende des 19. Jahrhunderts legten die Züchter Graf Le Couteulx de Canteleu und Louis Lane den Grundstein zum heutigen Basset Artésien Normand. Lane benutzte für seine Zucht wahrscheinlich normannische Laufhunde, und sein Basset Normand war schwerer als die Hunde vom Typ Couteulx (auch Basset d´Artois genannt). Die beiden unterschieden sich aber nicht nur äußerlich, sondern auch im Wesen, und durch Kreuzung entstand dann ein hervorragender Jagdhund, der den friedlichen Meutecharakter des Normand und den Jagdeifer des d´Artois in sich vereinigte. Ab 1899 wurden solche Mischlinge unter dem Namen Basset Artésien Normand geführt.
So war der perfekte Basset entstanden – kräftig, aber flink, mutig, ausdauernd und mit einer kräftigen Stimme ausgestattet. Es gab zwar weiterhin Verfechter des reinen Basset d´Artois, die den Artésien vehement ablehnten, dennoch konnte die neue Rasse bemerkenswerte Erfolge feiern. Im Jahr 1927 änderte der „Basset d´Artois“-Club seinen Vereinsnamen in „Basset Artésien Normand“-Club, und die verschiedenen Vorsitzenden machten sie daran, die Jagdqualitäten des Hundes noch zu perfektionieren.
Konkurrenz hat der Normand inzwischen aus England bekommen – den Basset Hound. Dennoch ist er immer noch sehr beliebt. Wenn man sich zum Kauf entschließt, sollte man sich jedoch stets an einen Rasseclub wenden, um ein Tier mit einwandfreien Eigenschaften zu erhalten.
Wesen, Haltung
Der Basset Artésien Normand passt sowohl zu einem Jäger als auch zu einem naturverbundenen Menschen, der nicht mit einem Gewehr umzugehen weiß. Auf der Jagd ist der Hund heißblütig, und zu Hause ein charmanter, ruhiger, amüsanter, lebenslustiger und anhänglicher Zeitgenosse.
„Der sehr disziplinierte Basset Artésien Normand verfolgt die Spur fehlerlos und hartnäckig“ stellte Maurice Lebland, ein bekannter Züchter und Jäger, fest. „Er versucht nicht, das Tier kopflos zu treiben, da er genau weiß, daß er mit seinen kurzen und gedrehten Beinen keine Chance hat. Er bedient sich eher seine Ausdauer und seiner Intelligenz, läßt seinem Gegner den Spaß und wendet seine kleinen Listen an. Das Reh stellt er ohne Hilfe eines Gewehrs nur mit seiner unglaublichen Hartnäckigkeit. Er läßt nicht von ihm ab und jagt es im Kreis so lange herum, bis das ahnungslose Tier direkt vor die Flinte läuft.
Wie alle französischen Hunde, besitzt der Basset Artésien Normand eine empfindliche Nase sowie eine tiefe und kräftige Stimme. Er weist alle Fähigkeiten eines erstklassigen Jagdhunds auf, aber seine kurzen Beine verbieten ihm die Arbeit in hügeligem Gelände. Das dichteste Dickicht ist ihm hingegen wie auf den Leib geschrieben. Geduldig und erwartungsvoll geht er auch in fortgeschrittenem Alter auf die Jagd. Allerdings braucht er eine feste Erziehung und gute Ausbildung. Denn sein Raubtierverhalten – nämlich das gejagte Beutetier zu fressen – steckt noch in ihm. Der Jäger muß das unbedingt zu verhindern wissen.
Der sanfte Blick des Bassets Artésien Normand, sein sympathischer Charakter und seine komischer Ader verführten viele Hundeliebhaber zum Kauf. Aber ein Leben an der Leine oder in vier Wänden ist nichts für ihn. Er braucht auf jeden Fall einen Garten und viel Auslauf. Seine durchdringende Stimme kann schon den einen oder anderen Nachbarn stören. Ausgestattet mit einem ausgeprägten Sinn für sein Territorium, bewacht er sein Reich laut bellend und sehr sorgfältig gegen Katzen und andere Eindringlinge. Zu Herrchen oder Frauchen und deren Familie unterhält er aber eine sehr freundschaftliche Beziehung. Er ist ein Hund mit Herz, der enorm anhänglich ist und trotz seiner bescheidenen Größe, viel Platz im Haus einnimmt. Sein Ableben hinterläßt in Ihrem Heim und in Ihrem Herzen eine große Leere.
Der Basset Artésien Normand liebt Spiele aller Art mit „seinen“ Kindern. Gern läuft er hinter einem Ball oder einem Stock her. Auch Versteckspiele sind bei ihm beliebt. Die Kinder müssen den Hund dabei natürlich respektvoll behandeln und ihn, wenn er seine Ruhe haben will, auch in Frieden lassen.
Als Besitzer einer Hundemeute hat man sicherlich nur die Möglichkeit, die Tiere in einem Zwinger zu halten. Hat man aber nur einen oder zwei solcher Hunde, dann sollten diese mit im Haus leben dürfen. Der freundliche Charakter, die Ergebenheit und die Jagdfähigkeit des Basset Artésien Normand können davon nur profitieren. Er ist ein Laufhund, der von Zuneigung und menschlicher Zuwendung lebt. Zwar gebärdet er sich nicht so paschahaft wie der Basset Hound, neigt aber trotzdem dazu, sich das weichste Kissen und den flauschigsten Teppich zu suchen.
Ernährung, Pflege
Außerhalb der Jagdsaison darf sein Futternapf nicht zu voll sein, sonst wird er zu dick. Er braucht täglich etwa 220 g mageres, in kleine Stücke geschnittenes Fleisch, 110 g Reis, Teigwaren oder Getreide und 110 g gekochtes Gemüse. Die Mahlzeiten sollten mit zusätzlichen Vitaminen und Mineralien vervollständigt werden. Während der Jagdsaison werden seine Portionen erhöht. Außerdem sollte der Hund während dieser Zeit mehr Proteine füttern. Der Normand liebt Knochen. Aber geben Sie ihm bitte niemals Knochen vom Lamm, vom Huhn oder vom Hasen. Diese zerbrechen in kleine spitze Stückchen und können den Hund verletzen.
Dieser Hund braucht keinen Hundesalon und muß nur selten gebürstet werden. Sein kurzes, dichtes Fell ist extrem praktisch und pflegeleicht. Sind seine Pfoten und sein Bauch mal dreckig, können Sie ihn mit einem feuchten Tuch reinigen. Manchmal übernimmt nasses Gras diesen „Waschgang“. Lediglich das Innere der Ohren muß ständig überwacht und gereinigt, seine Augen müssen gewaschen und seine Nägel u. U. geschnitten werden, da er – wenn richtig gehalten – nur selten auf Asphalt gehen wird.
FCI-Standard Nr. 34
| Patronat | Frankreich |
| Klassifikation FCI |
* Gruppe 6 Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen * 1.3 Kleine Laufhunde |
| Rassenamen laut FCI | Basset artésien normand |
| Andere Namen | |
| Widerristhöhe | 30 bis 36 cm |
| Gewicht | 15 bis 20 Kg |
Rassebeschreibung durch den FCI
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 12.12.1991.
VERWENDUNG: Hund für die Jagd mit der Flinte auf Niederwild. Er jagt spurlaut sowohl in der Gruppe als auch allein. Seine kurzen Läufe erlauben ihm, in das dichteste Dickicht einzudringen und da, wo ein grosser Hund nicht mehr durchkommt, das sich dort versteckende Wild herauszutreiben. Er bevorzugt die Jagd auf Kaninchen, aber er eignet sich auch für Hasen und Rehwild. Er sucht und sticht mit grosser Sicherheit, nicht sehr schnell, aber laut und systematisch.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS: Die gezielte Zucht des kurzhaarigen französischen Basset begann in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Aus Bassets von offensichtlich gemeinsamem Ursprung hat Le Couteulx de Canteleu einen Gebrauchstyp mit geraden Vorderläufen herausgezüchtet, den Typ d’Artois, während Louis Lane einen auffälligeren Typ mit ausgedrehten Vorderläufen erzüchtete, den Typ Normand. Erst 1924 wurde der Name Basset artésien-normand für die Rasse und den Club anerkannt. Léon Verrier, der 1927 mit 77 Jahren das Präsidium des Clubs übernahm, war bestrebt, den Rassenmerkmalen des Typ Normand einen deutlicheren Charakter zu verleihen; im Buch der Standards der Laufhunde aus dem Jahre 1930, in welchem beide Rassen, der Basset d’Artois und der Basset artésien-normand, aufgeführt sind, findet man folgende Anmerkung zum Artésien-normand: „Der Vorstand der Société de Vénerie beschliesst und gibt bekannt, dass der Basset artésien-normand nur als eine Übergangsstufe zu einem reinen Typ Normand ohne restliche Merkmale des Typ d’Artois zu betrachten ist“.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Im Verhältnis zu seiner Grösse lang, gut gestellt und kompakt; sein Kopf zeigt den Adel des grossen Normand-Laufhundes.
WICHTIGE PROPORTIONEN:
Widerristhöhe: Länge des Körpers = ca. 5: 8
Brusttiefe: Widerristhöhe = ca. 2: 3
Fangbreite: Länge des Kopfes = ca. 1: 2
Fanglänge: Länge des Schädels = ca. 10: 10
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): Mit seiner sehr feinen Nase zuverlässig auf der Spur und vorzüglich spurlaut jagend gestattet er seinem Meister, die jagdliche Verfolgung auszukosten ohne sich allzu sehr beeilen zu müssen. Charakter munter und sehr anhänglich.
KOPF:
OBERKOPF:
Schädel: Gut gewölbt, von mittlerer Breite; Hinterhauptbeinhöcker sichtbar; Gesamteindruck des Kopfes trocken.
Stop: Stirnabsatz nicht übertrieben betont.
GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm: Schwarz und breit, etwas über die Lippen vorstehend. Nasenlöcher gut geöffnet.
Fang: Etwa gleich lang wie der Schädel, leicht gewölbt.
Lefzen: Die Oberlippe überdeckt die Unterlippe deutlich, ist jedoch weder allzu sehr hängend, noch zu straff.
Kiefer / Zähne: Scherengebiss, d.h. die Reihe der oberen Schneidezähne überdeckt in engem Kontakt die Reihe der unteren Schneidezähne; die Zähne stehen senkrecht im Kiefer.
Backen: Die Haut bildet hier eine oder zwei Falten.
Augen: Oval, gross, von dunkler Farbe (mit der Fellfarbe übereinstimmend); Ausdruck ruhig und ernst; die Bindehaut des Unterlids kann manchmal sichtbar sein, jedoch nicht übermässig.
Behang: So tief als möglich angesetzt, niemals oberhalb der Augenlinie; schmal am Ansatz, gut in Spiralform gedreht, geschmeidig, dünn, sehr lang, mindestens so lang wie der Fang, vorzugsweise in einer Spitze endend.
HALS: Ziemlich lang, mit etwas Wamme, aber nicht übertrieben.
KÖRPER:
Rücken: Breit und gefestigt.
Lenden: Leicht aufgezogen.
Kruppe: Hüften etwas schräg liegend, sodass die Kruppe leicht abfallend erscheint.
Brust: Oval, lang; Brustbein gut vorspringend und weit nach hinten verlängert; gut ausgebildeter Brustkorb; volle Flanken; Brustlinie deutlich unterhalb der Ellenbogen. Rippen lang, Rippenkorb weit nach hinten reichend.
RUTE: Eher lang, kräftig an der Wurzel, gleichmässig dünner werdend; im Stand soll die Spitze gerade den Boden berühren; Rutenhaltung säbelförmig, jedoch niemals über den Rücken fallend und befedert. Diesbezüglich ist es absolut verboten, das Aussehen der Rute für Ausstellungen künstlich zu verändern.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND:
Allgemeines: Die Vorderläufe sind kurz und stämmig; sie sind halb oder etwas weniger als halb ausgedreht; die Ausdrehung muss jedoch genügend sichtbar sein. Einige Hautfalten an der Vorderfusswurzel sind, solange nicht übertrieben, als Qualitätsmerkmal zu werten.
schultern: Schräg und bemuskelt.
Ellenbogen: Fest am Körper anliegend.
HINTERHAND:
Allgemeines: Von hinten gesehen läuft eine Senkrechte, vom Sitzbeinhöcker ausgehend, mitten durch den Unterschenkel, das Sprunggelenk, den Hintermittelfuss und die Pfote.
Oberschenkel: Rund und stark bemuskelt.
Unterschenkel: Kräftig, ziemlich tief angesetzt, mässig gewinkelt, so dass im Stand die Pfoten noch leicht unter den Körper gestellt sind. Eine kleine, von loser Haut gebildete Hauttasche am Fersenbeinhöcker ist nicht als Fehler zu werten.
Hintermittelfuss: Kurz und kräftig.
PFOTEN: Oval, etwas länglich; Zehen ziemlich geschlossen und so gerade gestellt, dass sie alle fest am Boden aufstützen.
GANGWERK: Regelmässig, freie und ruhige Bewegung.
HAUT: Geschmeidig und dünn.
HAARKLEID
HAAR: Kurz, dicht anliegend, nicht zu fein.
FARBE: Falbfarben mit schwarzem Mantel und Weiss (dreifarbig) oder falbfarben mit Weiss (zweifarbig). Beim dreifarbigen Hund soll der Kopf überwiegend lohfarben sein; an jeder Schläfe soll sich ein runder Fleck mit dunkleren Haaren befinden. Der Mantel oder die Flecken und Platten, die bei der Scheckung vorhanden sind, bestehen aus schwarzem Haar oder aus schwarz-hell geschichtetem Haar (entsprechend den früheren Bezeichnungen „Hasenfarbe“ oder „Dachsfarbe“).
GRÖSSE UND GEWICHT:
Widerristhöhe: Rüden und Hündinnen: 30 – 36 cm.
Toleranz: +/- 1 cm für aussergewöhnlich
gute Hunde.
Gewicht: 15 - 20 kg.
FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Kopf:
Schädel flach.
Stirne breit.
Stirnfurche zu stark ausgeprägt.
Auge hell, rund, vorstehend, zu viel Bindehaut zeigend.
Behang flach, zu rund, zu dick, zu hoch zu breit angesetzt.
Hals:
Kurz aufgesetzt.
Körper:
Rücken weich oder eingefallen.
Brustbeinfortsatz eingezogen oder fehlend.
Rippen zu flach verformt.
Rute:
Zu lang, verbogen, zu dick.
Vorderhand:
Schulter steil, kurz oder wenig bemuskelt.
Ellenbogen abstehend.
Vorderfusswurzelgelenke sich berührend, überknöchelt.
Vordermittelfuss zu stark ausgedreht.
Weiche Pfoten.
Gespreizte Zehen.
Hinterhand:
Oberschenkel flach.
Stellung der Sprunggelenke fass- oder X-beinig.
Haarkleid:
Haar weich, eindeutig lang oder befedert.
Kopfhaar schwarzgewolkt.
Verhalten / Charakter:
Scheuheit.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER:
Ängstlichkeit oder Aggressivität.
Wesentliche anatomische Missbildungen.
Feststellbare Erbfehler.
Mangel an Typ.
Vor- und Rückbiss.
Auge sehr hell.
Brustbein zu kurz, fehlender Brustbeinfortsatz.
Rippen stark deformiert.
Vorderläufe ganz gerade stehend.
Läufe zu schwach.
Kopf zu sehr schwarzgewolkt.
Fell zu stark schwarz getüpfelt, was das Weiss bläulich erscheinen lässt.
Grösse von Standard abweichend.
