Afghanischer Windhund
Wissenswertes über den Afghanischen Windhund
Der Afghanische Windhund, kurz Afghane, ist eine FCI (Nr. 228, Gr. 10 Sek. 1) anerkannte Hunderasse deren Zuchtbuch in Großbritannien geführt wird.
Herkunft und Geschichtliches
Der Afghanische Windhund (afgh. Thasi), ist eine der ursprünglichsten Windhundrassen aus dem Hochland des Hindukusch. Bereits um 4000 v. Ch. züchteten die Nomaden Afghanistans einen Typ von Hund, der heute als Vorfahr des Afghanischen Windhunds gilt. Dieser wiederum soll ursprünglich vom Nahen Osten nach Afghanistan gelangt sein, wobei der Körperbau, und hier speziell der Kopf, Ähnlichkeiten zum Persischen Windhund dem Saluki und dem kirgisischen Taigan aufweist. Durch die bisher unzureichende Quellenlage ist der genaue Ursprung nicht nachvollziehbar.
In seinem Ursprungsland Afghanistan wurde der Hund hoch geschätzt und teilweise wie eine Kostbarkeit behandelt. Dies ist leicht zu verstehen im Zusammenhang mit dem kargen Leben der Nomaden in den zerklüfteten Bergen, den weiten Steppen dieses Landes und seiner rauhen Natur, wo er als Jagdhund eingesetzt wurde und das Überleben seiner Besitzer sicherte. Hinzu kommt, das er für die als Privileg geltende Beizjagd eingesetzt wird, um das Wild aufzujagen.
Nach einem Zeitungsbericht aus dem Jahre 1962 in einer Kabuler Zeitung, sind drei ursprüngliche Typen des Afghanischen Windhunds bekannt, der Bakhmull mit langem seidigem Haar, der glatthaarige Luchak und der ebenfalls glatthaarige mit langen Haaren an Beinen und Ohren Kalagh genannte Typ. In dem Bericht werden die unterschiedlichen Typen als eigenständige Rassen bezeichnet. Dabei ist nicht zu erkennen, ob es sich um eigenständige Populationen handelte oder die drei Typen auch untereinander stark vermischt wurden. Die Hunde wurden als so kostbar erachtet, dass sie wegen eines Exportverbotes aus dem Land geschmuggelt wurden. Britische Soldaten, die im zweiten Anglo-afghanischen Krieg kämpften, brachten erste Exemplare mit nach Europa. Mit der Hündin „Mortee“ wurde der erste Afghanische Windhund auf einer Ausstellung in Bristol gezeigt. Nachdem mehrere Tiere der unterschiedlichen Typen dieses Windhunds nach England eingeführt waren und es verschiedene Rassestandards gab, legte der Standard von 1925 endgültig die Zucht auf den Typ des Bergafghanen fest.
In den weiteren Jahrzehnten entwickelte sich der Standard vom einstigen Jagdhund immer mehr in Richtung Ausstellungstier. Das Haarkleid wurde länger und voller, so dass diese Hunde auf der Rennbahn keinen Erfolg mehr hatten. Dadurch gibt es unterschiedliche Zuchtlinen für die Präsentation auf Ausstellungen und die Verwendung auf der Rennbahn. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden besteht hauptsächlich in der Behaarung, die beim Rennafghanen deutlich kürzer ist. Besonders üppige und lange Behaarung zeigen Ausstellungshunde aus Zuchtlinien in den USA. Durch die Spezialisierung der Zucht auf Erfolge bei Windhunderennen oder bei Ausstellungen entstehen so sehr unterschiedliche Typen vom Afghanischen Windhund, der Rennafghane und der reine Showafghane. Es gibt aber auch Bewertungskategorien, bei denen die Erfolge von Ausstellung und Rennbahn zusammengefasst werden, und hierbei können nur im Standard ausgewogene Hunde gewinnen
Beschreibung
Die Gesamterscheinung des Hundes soll Eleganz, Stolz und Würde zum Ausdruck bringen, aber auch die Kraft und die Schnelligkeit der Rasse erahnen lassen. Der Schädel ist lang und nicht zu schmal und weist einen langen Haarschopf auf. Für den eleganten und leicht federnden Gang achten die Züchter auf eine entsprechende Geometrie der Gliedmaßen. Das lange und seidige Fell darf alle Farben aufweisen, wobei die Farben Rot, Creme, Silber, Schwarz, Schwarzbraun, Silber-schwarz, Blau, elfenbeinfarben und Domino am häufigsten vorkommen. Kopf mit und ohne schwarzer oder blauer Maske. Für die Gesamterscheinung des Hundes ist auch das ungefähre Verhältnis 1:1 von Schulterhöhe und Länge des Hundes ausschlaggebend. Dabei liegt die Höhe des Widerrist bei Rüden zwischen 68–74 cm und bei Hündinnen zwischen 63–69 cm. Der Bauch soll aufgezogen sein und einen tiefen Brustkorb haben. Das Gewicht der Hunde dieser Rasse liegt zwischen 20–30 kg. Afghanen werden bis zu 12 Jahre und älter.
Wesen
Windhundtypisches Verhalten: Im Haus sanft, ruhig, unauffällig; draußen kann sich die Jagdleidenschaft durchsetzen, das geht so weit, dass er in Wald und Flur nicht abgeleint werden kann. In der Regel ist er verträglich mit Artgenossen, kein Schutztrieb. Sein Gang gilt als Stolz, was auch sein Wesen wieder gibt. Unabhängigkeit und absolute Ruhe sind Markenzeichen dieses Hunde in jeder Ausbildungsart. Jedoch sind Afghanen auch sehr sensibel und können bei falscher Handhabung misstrauisch gegenüber Fremden werden. Mit Kindern kommen sie gut klar, jedoch sollten diese auf Grund der enormen Größe der Rasse schon etwas älter sein, um mit dem Hund alleine Gassi zu gehen.
Erkrankungen
Die Afghanenmyelopathie ist eine, vermutlich erblich bedingte Erkrankung des Rückenmarks, die zu einer vollständigen Gliedmaßenlähmung führt.
Die Afghanenmyelopathie ist eine vermutlich erblich bedingte Degeneration der weißen Substanz (Leukodystrophie) im Hals- und Brustmark bei Afghanen. Sie entsteht im ersten Lebensjahr mit Paresen und entwickelt sich binnen weniger Wochen zu einer kompletten Lähmung der vier Gliedmaßen (Tetraplegie).
FCI-Standard Nr. 228 (3. Juni 1998/D)
| Patronat | Großbritannien |
| Klassifikation FCI |
* Gruppe 10: Windhunde * Sektion 1: Langhaarige oder befederte Windhunde, ohne Arbeitsprüfung |
| Rassenamen laut FCI | Afghan Hound (Afghanischer Windhund) |
| Andere Namen | Afghane, Tazi, Balutschi-Windhund |
| Widerristhöhe |
* Rüden 68 bis 74 cm * Hündinnen 63 bis 69 cm |
| Gewicht | 20 bis 30 Kg |
| Internatioale Zuchtstandards | FCI, AKC, ANKC, CKC, KC (UK), NZKC, UKC |
Rassebeschreibung nach FCI
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Vermittelt den Eindruck von Stärke und Würde, dabei Schnelligkeit und Kraft in sich vereinigend. Der Kopf wird stolz erhoben getragen.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): Der östliche bzw. orientalische Ausdruck ist für die Rasse typisch. Der Afghane schaut jemanden an und durch ihn hindurch. Würdevoll und zurückhaltend, mit einem gewissen leidenschaftlichen Ungestüm.
KOPF
OBERKOPF
Schädel: Lang, nicht zu schmal, mit deutlich erkennbarem Hinterhauptbein. Richtig proportioniert und mit einem langen Haarschopf bedeckt.
Stop: Geringfügig.
GESICHTSSCHÄDEL
Nasenschwamm: Vorzugsweise schwarz, leberfarben bei hellen Hunden erlaubt.
Fang: Lang, mit Kiefern, welche die Fähigkeit zum Zupacken aufzeigen.
Kiefer / Zähne: Kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, d.h. dab die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Zangengebiss zulässig.
Augen: Bevorzugt dunkel, jedoch ist goldfarben nicht auszuschlieben. Nahezu dreieckig, dabei vom inneren zum äuberen Augenwinkel geringfügig schräg nach oben verlaufend.
Ohren: Tief und weit hinten am Kopf angesetzt, dicht anliegend getragen. Mit langem seidigem Haar bedeckt.
HALS: Lang, stark, wobei der Kopf stolz erhoben getragen wird.
KÖRPER
Rücken: Gerade, mäbig lang, gut bemuskelt.
Lendenpartie: Gerade, breit und ziemlich kurz.
Kruppe: Fällt zum Rutenansatz hin leicht ab. Hüftbeinhöcker ziemlich deutlich erkennbar und weit voneinander entfernt.
Brust: Angemessene Rippenwölbung, gute Brusttiefe.
RUTE: Nicht zu kurz. Tief angesetzt und am Ende einfach geringelt. In der Bewegung hoch erhoben. Spärlich befedert.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND: Vorderläufe gerade, mit kräftigen Knochen, von vorne betrachtet in einer Linie mit den Schultern stehend.
Schultern: Lang, schräg, gut zurückliegend, gut bemuskelt und stark, ohne dabei überladen zu wirken.
Oberarm: Lang und schräg.
Ellenbogen: Von der Seite betrachtet lotrecht unter dem Widerrist, dicht am Brustkorb anliegend, weder nach innen noch nach auben gedreht.
Vordermittelfuß: Lang und flexibel.
HINTERHAND: Kraftvoll. Grobe Entfernung von der Hüfte zu den Sprunggelenken und vergleichsweise geringer Abstand zwischen den Sprunggelenken und den Pfoten.
Knie: Gut gewinkelt und gut geformt.
Afterkrallen: Dürfen entfernt sein.
PFOTEN: Vorderpfoten stark und sehr groß , sowohl in der Länge als auch in der Breite, mit langem Haar dick bedeckt, Zehen gewölbt. Ballen gut auf dem Boden stehend. Hinterpfoten lang, jedoch nicht ganz so breit wie die Vorderpfoten; mit langem Haar dick bedeckt.
GANGWERK: Fliebend und federnd in hochklassigem Stil.
HAARKLEID
HAAR: An den Rippen, an der Vor- und Hinterhand und an den Flanken lang und von sehr feiner Textur. Bei erwachsenen Hunden von den Schultern an rückwärts und entlang des Sattels kurz und dicht. Von der Stirn an nach hinten lang, mit einem markanten, seidigen Haarschopf (« top-knot »). Haar am Vorgesicht kurz. Ohren und Läufe gut behaart. Die Vordermittelfüße dürfen kahl sein. Das Haarkleid mub sich natürlich entwickeln.
FARBE: Alle Farben sind zulässig.
GRÖSSE: Idealgröbe für Rüden: 68 bis 74 cm, für Hündinnen: 63 bis 69 cm.
FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss hinsichtlich Gesundheit und Wohlbefinden des Hundes.
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
